Was trägt man wann und wo
?
Kleiner Tipgeber für alle Gelegenheiten
"Wie man kommt gegangen, so wird
man empfangen!" Wer wäre nicht geneigt, einen Menschen zuerst
einmal nach seinem Äußeren einzuschätzen, und wer
würde selbst nicht nach dem ersten Eindruck gewertet werden.
Wohl jeder hat schon einmal das unangenehme Gefühl der
Unsicherheit empfunden, wenn er nicht richtig angezogen in eine
Gesellschaft geriet oder ein Lokal betreten musste. Erst die
Gewissheit, richtig angezogen zu sein, verleiht jene
überzeugende Sicherheit im privaten wie im beruflichen
Auftreten, die das Glück magnetisch anzuziehen pflegt.
"Kleider machen Leute!" - Berufliches und gesellschaftliches
Ansehen wird nicht zuletzt durch das Aussehen bestimmt. Richtig
gekleidet zu sein, bedeutet für den Herren wie für die
Dame, immer stilvolle und der jeweiligen Gelegenheit entsprechende
Kleidung zu tragen. In einer Zeit, in der sich neue Formen des
Zusammenlebens bilden, kommt es mehr denn je darauf an, sich auch
in der Kleidung anzupassen - im kleinen Kreis wie in der
großen Welt, die heute jedem offensteht. Ob Mann oder Frau,
jeder muss sich heute bei mancherlei Gelegenheit in der
Öffentlichkeit sicher bewegen und der Kritik der anderen
stellen, sei es im Beruf, auf Reisen oder im geselligen
Leben.
Jede Zeit prägt ihren eigenen Kleidungsstil, der - nicht mit
Mode zu verwechseln - sich in unserer Zeit weniger durch starre
Vorschriften als durch geschmackssichere Anpassung an die
mannigfaltigen Gelegenheiten des modernen Lebens ausdrückt.
Fragen, die sich hierbei für uns alle, vor allen aber für
junge Menschen, ergeben, soll dieser Ratgeber zuverlässig in
knapper Form beantworten; es bleibt immer Spielraum genug für
die Entfaltung der eigenen Note ganz nach den jeweiligen
Verhältnissen.
Es gibt Menschen, die immer richtig angezogen sind. Dabei besitzen
sie keineswegs einen Riesenkleiderschrank. Das Geheimnis? Vor jedem
Kauf überlegen Sie genau, welches Stück Sie ersetzen
müssen oder wie Sie ihre vorhandene Kleidung ergänzen
können. So verfügen Sie stets über eine gute
Garderobe, die der aktuellen Linie und der Gegebenheiten ihres
Lebens entspricht. So sollten auch Sie Ihre Kleidung kaufen:
planvoll und wohlüberlegt! Machen Sie sich ein Programm: wir
wollen Ihnen dabei einige Hinweise geben.
Wer gedankenlos Morgen für Morgen das Kleid oder den Anzug vom
Vortag wieder anlegt, sich höchstens der Reinigung wegen zum
Wechsel entschließt und widerwillig in den Abenddress steigt,
wird leicht in den Verdacht der Nachlässigkeit sich selbst und
seiner Umwelt gegenüber geraten. Die kurze Spanne Zeit, die
man benötigt, um sein Kleid und seinen Anzug den
mannigfaltigen Gelegenheiten eines Tages anzupassen und
dementsprechend zu wechseln, kann und muss sich jeder nehmen. Sie
ist die "schöpferische Pause", in der sich Ihre Sicherheit und
Ihr Auftreten in den nächsten Stunden entscheiden, bisweilen
sogar der Erfolg der nächsten Jahre. Es gibt tausend
Möglichkeiten für den Herrn und noch mehr für die
Dame, in der Wahl des Anzugs oder auch des Zubehörs
erfolgreich die Brücke zur Außenwelt zu schlagen.
Je besser der Anzug dem jeweiligen Anlass entspricht, um so
sicherer und überlegener werden Sie sich fühlen. die gute
Laune, die sich in einem eleganten Anzug spiegelt, wirkt
ansteckend. Gute Kleidung macht einen Mann ebenso selbstsicher wie
ein großes Bankkonto, sagte einmal ein geistreicher
Engländer .... eine Behauptung, die jede chic und richtig
angezogene Frau in eigener Sache gern bestätigen wird. Kleider
machen eben Leute!
Wie stellt der Herr seine Kleidung zusammen?
"Kombiniere" sollte Ihre Devise
lauten, wenn Sie ausziehen sich anzuziehen. Ausgangspunkt Ihrer
interessanten und lohnenden Expedition ins Reich des guten
Geschmacks ist Ihr Anzug. Nach seiner Farbe und seinem Dessin
richtet sich Ihr Hemd, nach diesen beiden wiederum die
Krawatte.
Zu einem uni grauen Anzug können Sie einfarbige oder
gemusterte Hemden in Weiß, Pastell, Beige, Bleu, Grün
oder Rosenholz tragen. Zum uni braunen Anzug passen die gleichen
Töne, aber bei Rosenholz heißt es aufpassen! Zu einem
blauen Anzug kommen nur Weiß, pastell, Beige oder Grau in
Frage.
In puncto Krawatte ist bei einem uni Hemd lediglich die Farbe
sorgsam abzustimmen. Die Wahl wird höchstens durch die
Vielfalt der überaus attraktiven Dessins erschwert. Vorsicht
bei gemustertenKrawattenzum gemusterten Hemd!
Zeigt der Anzug ein Dessin (Glencheck, Streifen usw.), so behalten
die eben erwähnten Hemdfarben ihre Gültigkeit. Auf
lebhafte Streifen- oder Karo-Muster sollten Sie lieber verzichten.
Die Krawatte zum gemusterten Anzug mit einfarbigem Hemd richtet
sich in erster Linie nach seinem Farbton. Ein dezentes Muster,
z.B. Krawatten-Streifen zum
gestreiften Anzug, ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern die
Gelegenheit, individuelle Note und Geschmack zu zeigen.
Haben Sie sich jedoch zu einem Anzug und Hemd in kräftiger
Musterung entschlossen, so werden Sie immer zu einer uni Krawatte
greifen. Sie wirkt durch einen aparten Farbton oder eine
Strukturoberfläche interessant.
Diese Grundregeln sollen Ihnen Wegweiser im Bereich der modischen
Kombinationen dienen. Sie weisen Ihnen die großen
gängigen Straßen und führen Sie sicher ans Ziel.
Die kleinen, bisweilen etwas mühevollen, aber sehr reizvollen
Pfade müssen Sie (oder vielleicht die Dame an Ihrer Seite?)
selbst entdecken und erproben ....
Dürfen Anzug, Hemd, Krawatte allesamt gemustert sein?
Früher hieß es, von
drei Teilen - Anzug, Hemd, Krawatte - darf nur eins gemustert sein,
Heute dürfen Sie, meine Herren, zum gemusterten Anzug auch
eine dezent gemusterte Krawatte tragen, selbstverständlich
farblich sorgsam abgestimmt. Doch sollten Sie diese kleidsame
Modefreiheit nicht mit Narrenfreiheit verwechseln: Ihr Hemd sein in
diesem Falle einfarbig.
Sind Sie jedoch der Herr, der gerne auf Nummer sicher geht und alle
Teile uni wählt, so zeigen Sie zumindest Männermut zur
Farbe: kombinieren Sie nicht Grau in Grau, sondern in Kontrasten.
Erst wenn Sie das Trio mit einer Phantasieweste oder einem
ärmellosen feinen Pullover komplettieren, geben Sie den
harmonierenden Tönen vor den kühn kontrastierenden den
Vorzug.
Wann darf der Herr sein Jackett ausziehen?
Um es gleich vorweg zu nehmen -
der Herr darf nicht, wenn er schon mit Jackett erscheint.
Männer unter sich regeln diese Frage selbstverständlich
großzügig - aber bitte nur ohne Damen.
Wer viel reist, wird in südlichen Zonen beobachtet haben, dass
Herren in der Öffentlichkeit und in Gesellschaft stets ihr
Jackett anbehalten. Tipp für die Hitzewelle: Bei 30° im
Schatten sind Sie in einem schicken offenen Sporthemd - mit Ascot -
und einem luftigen Sommersakko immer richtig angezogen.
Rotbraune Schuhe für den Abend?
Den Brauntönen der Herrenschuhe sollte man eine extra Farbkarte widmen - so differenziert und zahlreich sind die kräftigen bis dezenten, sportlichen bis eleganten Nuancen. Modisch gesprochen wäre diese Farbkarte eine "Tageskarte": am späten Nachmittag hat Braun seinen Dienst am Fuß getan. Der schwarze Schuh tritt in seine angestammten Rechte (die er übrigens tagsüber zum schwarzen, dunkelblauen oder sonst dunklen Anzug zu wahren weiß). Jedoch ist dies kein Grund, nur Schwarz zu sehen. Wenn Sie an einem zauberhaften Sommerabend Ihren hellen Sommeranzug anlegen, dürfen Sie korrekt und sicher in braunen Schuhen auftreten. Aber ob braun oder schwarz - selbstverständlich werden Sie den Schritt ins gepflegte Abendleben niemals in Ihren kräftigen, perforierten oder dick gesteppten Sportschuhen tun, sondern auf leichten Ledersohlen und in schlicht, aber raffiniert auf Ihren Anzug abgestimmten Schuhen.
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